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Die Whisky-Industrie Schottlands erlebte in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einen unglaublichen Aufschwung.
Konzentration der Kräfte gegen die irische, kanadische und US-amerikanische Konkurrenz war Hauptbeweggrund dafür, dass sich 1877 die sechs führenden Grain-Destillerien Cambus, Cameronbridge, Carsebridge, Glenochil, Kirkliston und Port Dundas zur Distillers Company Limited (DCL) zusammentaten. Der Sitz der DCL war in Edinburgh.
Gründe für diese Fusion waren daneben – genau wie in der heutigen Zeit – die Möglichkeit der Senkung der Produktionskosten, der Vergrösserung der Gewinne und des Erlangens der marktbeherrschenden Position im Whisky-Geschäft.
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| Die DCL erreichte die gesetzten Ziele schnell und spielte schon bald die wichtigste Rolle nicht nur in der schottischen Whisky-Industrie. Unter dem jetzigen Namen United Distillers & Vintners (UDV) hält sie ihre Machtposition auch heute noch. |
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Von 1890 bis 1898 – den grössten Boom-Jahren im Whisky-Geschäft – wurden von der DCL und den anderen Grossfirmen zwei neue Grain- und 33 Malt-Destillerien gebaut, 21 von den Letzteren allein in der Speyside. Die DCL wurde in der Folge extrem stark und setzte die kleinen Malt-, aber auch die grösseren Grain-Destillerien und Blending-Firmen einem unglaublichen Konkurrenzkampf aus, welcher viele von ihnen in den Ruin trieb.
Zusätzlich führte der englische Schatzkanzler Lloyd George in seinem Kampf gegen den Alkohol während des 1. Weltkrieges neue Steuern und die verschiedensten Gesetze gegen alkoholische Getränke ein. All dies zusätzlich zu der kriegsbedingten Getreide-Knappheit, welche bereits viele Destillerien stillgelegt hatte.
Nach Kriegsende wurde durch das englische Parlament der Steuerfuss auf alkoholische Getränke noch einmal stark erhöht. Diese Steuer-Mehrbelastungen durften durch die Whiskyproduzenten aber nicht an die Endverbraucher weiterverrechnet werden. Diese zusätzlichen Belastungen führten dazu, dass noch einmal einige Destillerien und vor allem Blending-Firmen schliessen mussten oder durch ihre Besitzer vor allem an die DCL zwangsverkauft wurden.
Die Wichtigsten dieser Verkäufe an die Distillers Company Limited (DCL) betrafen Usher's, Haig, Johnnie Walker, White Horse und Buchanan-Dewar (diese beiden hatten schon vorher aus Not fusioniert, was ihnen aber auch nicht mehr half). 1927 besass die Distillers Company Limited (DCL) so ziemlich alle grösseren Whisky-Marken und mehr als einen Drittel aller Destillerien.
Ab dem Jahr 1949 begann sich dann die Lage dann doch zu normalisieren. Die Whisky-Industrie erholte sich und Produktion wie auch Absatz nahmen von Jahr zu Jahr zu.
Alte stillgelegte Destillerien – vor allem solche für die Herstellung von Malt-Whiskys – wurden wieder in Betrieb genommen und auch Neue wurden gebaut. Dieser Boom hielt an bis Ende der 1970er-Jahre. Dann fiel die Weltwirtschaft wieder in eine neue Rezession. Der Absatz und mit ihm die Produktion von Whisky sanken dramatisch. Als Folge davon mussten in den Jahren 1981 bis 1986 wieder 29 Destillerien geschlossen werden. Viele wurden für immer stillgelegt oder abgerissen.
Ungefähr seit 1990 boomt der Markt erneut. Eine Destillerie um die andere wird wieder zum Leben erweckt (Bruichladdich und Glencadam zum Beispiel) und es wurden und werden sogar neue Destillerien gebaut (Arran, Glengyle, Kininvie und Speyside sind dafür Beispiele).
Wie lange wird diese positive Phase wohl andauern?
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