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Zum Geniessen eines Whisk[e]ys benötigt man das Auge nicht!
So steht es zumindest in Artikeln und Büchern einiger Whisk[e]y-Päpste. Das Auge spielt aber sehr wohl – und dies wieder immer mehr – eine wichtige Rolle! Dies trotz der Tatsache, dass einige Whisk[e]ys – zumindest bis vor ein paar Jahren – mit Zuckerfarbstoffen (Karamell) "geschönt", das heisst gefärbt, wurden. Den Geschmack beeinträchtigt dieser Färbungsprozess in keiner Weise. Denn es genügen schon kleinste Mengen des natürlichen Zucker-Farbstoffs, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Bei einem so edlen Produkt wie einem Single Malt ist das Anwenden dieser Technologie aber zumindest ein Schönheitsfehler. Sie wird glücklicherweise auch seit einigen Jahren bei den meisten Abfüllungen von Malt Whiskys nicht mehr angewendet.
Whisk[e]y ist, wenn er nach dem Destillationsprozess die Stills verlässt, absolut farblos. Seine spätere Farbe entsteht in erster Linie durch die Lagerung in den Eichenholzfässern. Die Farbe eines Whisk[e]ys im Glas kann in den meisten Fällen einen Hinweis auf die verwendeten Fässer und die Dauer der Lagerung darin geben. Single Malt Whiskys aus Schottland beispielsweise können durch die Lagerung eine Farbe von hellem Stroh oder Weisswein bis zu einem tiefdunklen Sherryton annehmen. Eine helle Farbe weist darauf hin, dass der Whisky entweder in Bourbon- oder in schon mehrfach verwendeten Sherry-Fässern gelagert wurde. Möglich ist auch, dass die Lagerzeit relativ kurz war. Eine dunkle Farbe weist auf eine lange Lagerzeit in guten Sherry- oder Oloroso-Sherry-Fässern hin.
Ebenfalls einen Einfluss kann das zum Verdünnen verwendete Wasser haben. Beim Versickern durch die Torfschichten färbt sich auch das Quellwasser bräunlich, ist aber trotzdem sauber. Einige Destillerien verwenden es so für das Verdünnen des Whiskys auf Trinkstärke. Dass dies auf die Farbe einen Einfluss haben kann, wird zumindest nicht bestritten.
Sieht man im Whisk[e]y kleine Schwebeteilchen, handelt es sich um einen nicht kühlgefilterten Whisk[e]y, welcher bei Zugabe von Wasser sogar seine klare Farbe verlieren und milchig werden kann. Die Schwebeteilchen stammen vom Destilierprozess oder vom Fass und haben keinen schädlichen Einfluss. Kühlfilterung
Den Gehalt eines Whisk[e]ys erfährt man zwar erst im Mund und im Abgang. Man kann ihn aber auch bereits nach dem optischen Eindruck erahnen und einschätzen.
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Schwenkt man einen unverdünnten Whisk[e]y vorsichtig im Glas, entstehen "Tränen" – so würde der Wein-Fachmann diese Erscheinung nennen – an den Glas-Wänden. Der Whisk[e]y-Fachmann dagegen nennt diese Zeichnungen nicht Tränen, sondern "Beine". Bilden sich lange Beine ("long legs"), ist dies ein Zeichen für einen hohen Alkoholgehalt des betreffenden Whisk[e]ys. Beine, welche nur sehr langsam von den Glaswänden verschwinden, weisen auf ölige Substanzen hin. Diese verraten bereits beim Betrachten des Whisk[e]ys im Glas, dass es sich bei ihm um einen mit einem vollen Körper und viel Geschmack handelt. Dieses Wasser des Lebens wird viel Freude und Genuss bereiten!
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