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Der Titel dieses Kapitels ist – das sei klar zugegeben - zumindest etwas gewagt. Wie man einen Whisk[e]y zu trinken hat, ist tatsächlich eine rein persönliche Angelegenheit.
Die grossen "Whisk[e]y-Kenner" vertreten die Meinung, dass der Genuss eines edlen Whisk[e]y ähnlich wie die Degustation oder der Genuss eines guten Weines erfolgen sollte. Und damit haben sie nicht ganz unrecht. Es gibt aber andererseits viele Leute, welche sowohl Wein- als auch Whisk[e]y-Degustationen für sinnlos halten. "Das Zeug schmeckt doch sowieso jedem anders", ist dabei das meistgehörte Argument. Und sie haben damit ebenfalls recht!
Unblended Whisk[e]ys – darunter speziell die schottischen Single Malts in Standard-Abfüllung oder Spezialabfüllungen, zum Beispiel in Fassstärke – sind so edle Destillate, dass man sie wirklich geniessen sollte. Zu diesen edlen Arten kann man auch nichtschottische Destillate wie zum Beispiel irische Single Malts oder Pure Pot Stills zählen. Ebenfalls dazu gehören Single Barrel oder Small Batch Bourbons und Single Barrel Tennessee Whiskeys aus den USA.
Auch wenn sehr grosse Unterschiede zwischen einem Whisk[e]y und Wein bestehen, haben beide doch viele Gemeinsamkeiten. Wie ein in grossen Mengen hergestellter Tischwein sich von einem "handgemachten" Burgunder oder Bordeaux unterscheidet, heben sich die Single Malts und einige andere Arten von den billigen Whisk[e]y-Sorten ab. Und auch unter den guten Weinen gibt es Unterschiede. Diese existieren nicht nur von Region zu Region, sondern sogar innerhalb einer solchen.
Ungefähr so ist es auch beim Whisk[e]y. Bei ihm spielen so viele Elemente, die den endgültigen Geschmack ergeben, eine Rolle, dass sogar jeder einzelnen Destillerie (auch wenn sie im gleichen Ort liegt und die gleiche Quelle nutzt) ein anderes Aroma zugeordnet werden kann. Ein zwölfjähriger Balvenie schmeckt beispielsweise viel runder und gereifter als der aus der gleichen Ortschaft stammende Pittyvaich mit gleich vielen Jahren Lagerung im gleichen Fasstyp.
Trinkt man Whisk[e]ys einfach so, kann man über hundert Gläser getrunken haben, ohne einen Einzigen wirklich zu kennen, ausser dass man weiss, ob er einem schmeckt oder nicht. Anders ist es, wenn man einen Whisk[e]y geniesst und versucht, sich sein eigenes Bild von ihm zu machen. |

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